Es ist keine neue Erkenntnis, dass der Schweizer Arbeitsmarkt in vielen Branchen dringend auf qualifizierte Fach- und Arbeitskräfte angewiesen ist. Wirtschaft und Politik suchen nach neuen Wegen um den drohenden «Fachkräftemangel» abzuwenden. Dabei hat es in unserem Land und vor allem auch in der Stadt Zürich, eine Vielzahl gut ausgebildeter Frauen und Männer, die Berufstätigkeit zum Erfolg unseres Wirtschaftsstandorts ganz massgeblich beitragen.  Allerdings stehen längst nicht alle dieser potenziellen Erwerbstätigen auch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.

Mein Ziel ist es, dieses brachliegende Potenzial langfristig zu nutzen und es mehr Menschen zu ermöglichen, ihren Lebensunterhalt durch Erwerbsarbeit zu bestreiten. Die Bedingungen müssen stimmen, damit die Menschen in unserer Stadt in den ganz verschiedenen Phasen ihres Lebens ihren Platz im Arbeitsmarkt finden und ausfüllen können. Eine der Phasen, die für viele Leute einen markanten Einschnitt im Lebenslauf bedeutet, ist diejenige der Familiengründung. Ich spreche aus eigener Erfahrung, wenn ich sage, dass die Geburt eines Kindes nicht nur das private Leben von Grund auf verändert. Auch in Bezug auf Beruf und Karriere stellen sich mit dem Familienzuwachs auf einmal ganz neue Fragen. Wie lassen sich Erwerbstätigkeit und Elternschaft vereinbaren? Mit welchem Arbeitspensum wollen Mutter und Vater in Zukunft weiterarbeiten? Und wer betreut in dieser Zeit den Nachwuchs?

Vor allem die Frage nach der Kinderbetreuung ist für viele der Dreh-und Angelpunkt bei der Frage, wie sich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Praxis umsetzen lässt. Zum einen müssen Eltern sich sicher sein, dass ihre Kinder gut betreut sind, während sie im Beruf ihren Mann und ihre Frau stehen. Zum anderen dürfen die Kosten für die Kinderbetreuung den zusätzlichen Lohn nicht völlig auffressen – denn wer von uns arbeitet schon gerne nur für das gute Gefühl?

Sind diese beiden Bedingungen erfüllt, dann sind die Chancen hoch, dass Eltern ihre Kompetenzen und Fähigkeiten auch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen. Deshalb gilt es, diese Bedingungen zu schaffen. Die Stadt Zürich sorgt darum nicht nur für einen sehr hohen Qualitätsstandard in den städtischen und privaten Kitas, sondern investiert vor allem jedes Jahr rund 70 Millionen Franken in die Subvention von Kita-Plätzen. Damit sich auch in Familien mit mittleren und geringen Einkommen die Erwerbstätigkeit  lohnt. Nur so bleiben fähige Mütter und Väter unserem Arbeitsmarkt langfristig erhalten. Und davon profitiert schlussendlich die ganze Gesellschaft.

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Aktualisiert am 17. November 2017