Zürich hat in den letzten Jahren viel in den Ausbau bezahlbarer Krippenplätze investiert. Dafür gibt es zwei gute Gründe: Zum einen wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vereinfacht, gleichzeitig wird die frühe Förderung von Kindern aus benachteiligten Verhältnissen ermöglicht.

Der Ausbau der Krippenplätze in der Stadt Zürich kann sich sehen lassen. Von 2006 bis 2015 hat sich das Angebot von 4231 Plätzen auf 8859 mehr als verdoppelt – die Zahl der subventionierten Plätze ist im gleichen Zeitraum von 1909 auf 3431 gestiegen. Generell deckt das heutige Angebot die Nachfrage, nur bei der Anzahl subventionierter Plätze gibt es noch eine Lücke, die wir ab nächstem Jahr ebenfalls schliessen wollen.

Warum sind diese Investitionen nötig und sinnvoll? Der Ausbau von bezahlbaren Krippenplätzen ist kein Selbstzweck – zwei wichtige gesellschaftliche Anliegen werden dadurch unterstützt.

 

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Für einen Grossteil der Generation meiner Eltern war klar: Die Mutter bleibt daheim bei den Kindern, während der Vater Vollzeit einer Erwerbsarbeit nachgeht. Die Bedürfnisse und Rollenbilder von Familien haben sich in der Zwischenzeit gewandelt; heute wollen oder müssen meist beide Elternteile ihrem Beruf auch nach der Geburt der Kinder nachgehen. Gesellschaftlich – aber auch wirtschaftlich – ist das ein Fortschritt, von dem alle profitieren.

Eine der Grundbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein ausreichendes, qualitativ hochstehendes und für alle bezahlbares Angebot an ausserfamiliären Betreuungsplätzen. Die Stadt Zürich ist eine eigentliche Vorreiterin, wenn es um die Schaffung genau dieser Plätze in Krippen oder Horten geht.

Der Erfolg lässt sich sehen: Die Erwerbstätigkeit der Zürcherinnen und Zürcher ist gestiegen, und gleichzeitig durften wir in den letzten Jahren einen wahren Babyboom in unserer Stadt erleben. Denn junge Eltern können sich darauf verlassen, dass sie für ihre Kinder eine geeignete Betreuungslösung finden und so auch nach der Familiengründung weiterhin im Beruf ihren Mann und ihre Frau stehen können.

 

Frühe Förderung

Kinderkrippen erfüllen aber auch noch eine zweite wichtige Aufgabe. Gerade für Kinder aus benachteiligten Verhältnissen bedeutet der Einstieg in Kindergarten und Schule oftmals eine grosse Herausforderung – häufig stehen ihnen sprachliche und soziale Hindernisse im Weg. Weit besser klappt dieser Schritt, wenn die Kinder davor in Kinderkrippen betreut worden sind. Denn dort werden soziale und sprachliche Kompetenzen besonders gefördert, was den späteren Übertritt in das Schulsystem deutlich erleichtert. Diese Hilfestellung bietet die Stadt Zürich durch ihr grosses Angebot an gut durchmischten Krippen, aber auch mittels zusätzlicher gezielter Projekte im Bereich der frühen Förderung.

 

Ich bin stolz, dass wir in den letzten Jahren den Ausbau der Krippen und Horte so erfolgreich vorantreiben konnten. Und ganz besonders stolz bin ich, dass das Sozialdepartement unter meiner Leitung nun auch den letzten notwendigen Schritt vollziehen wird und schon bald für alle Eltern mit tiefen und mittleren Einkommen in der Stadt Zürich genügend subventionierte Krippenplätze zur Verfügung stellen können wird.

erstellt durch Raphael Golta.
Aktualisiert am 31. März 2017